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Kreativitätsregeln für erfolgreiche Kreativitätsworkshops

Erfolgreiche Kreativitätsworkshops brauchen auf der einen Seite kreativen Freiraum und spielerisches divergentes Denken und auf der anderen Seite klare Kreativitätsregeln, die die kreative Zusammenarbeit erleichtern und erfolgreich machen.

In Workshops und Kreativitätssessions hat es sich im Arbeitsalltag bewährt, diese Regeln mit allen Beteiligten gemeinsam zu entwickeln, zu visualisieren und als Erinnerung im Raum aufzuhängen. Somit reicht auch ein Augenzwinkern und Verweis auf die Regeln, falls jemand gegen diese „verstößt“ und jeder kann sich auch besser selbst daran erinnern…Die folgenden visualisierten elf Kreativitätsgebote biete ich den Teilnehmern in Kreativitätstrainings an. Die Regeln gelten insbesondere für die Ideenfindungsphase.

Illustration: © Katharina Netolitzky 

Werfen wir einen genaueren Blick auf die elf Gebote, die Sie genauso in Brainstormings, spontanen Kreativrunden oder Workshops als Vorlage nutzen können.

  1. Viele Ideen suchen: Dieses erste Gebot ist wichtig, um Zeit zu sparen. Denn viel zu oft startet Ideensuchende mit der erstbesten Idee, da sie es beispielsweise eilig haben. Meist bemerken sie dabei zu spät, dass sich die Idee zum Beispiel gar nicht realisieren lässt oder sie aus anderen Gründen nicht ideal ist. Investieren Sie daher lieber mehr Zeit am Anfang viele Ideen zu produzieren, bevor Sie aus einem Zeitdruck heraus am Ende zu viele Schleifen drehen.
  2. Verrückte Ideen zu entwickeln erfordert Mut. Unser innerer Kritiker versucht oftmals neue Wege und Wagnisse zu vermeiden und uns in unserer Komfortzone zu halten. Diese kritischen Gedanken gilt es loszulassen, um mutig Erfahrungen zu sammeln. Und es bedeutet auch selbstbewusst kritischen Stimmen von Kollegen oder anderen Beteiligten zu begegnen. Denn aus den wildesten und anfangs absurden Ideen entstehen in vielen Fällen die genialsten Innovationen.
  3. Spielerisch entdecken bedeutet mit Spaß, einer guten Portion Leichtigkeit und Neugier ans Werk zu gehen. Es ist hierfür wichtig Stress und Erfolgsdruck zu vermeiden, da sie die Kreativität hemmen. Es hat sich bewährt, dass ein Moderator in seiner Rolle eine spielerische Atmosphäre unterstützt und ermöglicht.
  4. NEUgierig bleiben ist eine wichtige Haltung für kreative Prozesse. „Ich bin nicht besonders talentiert, sondern nur leidenschaftlich neugierig.“ sagte auch Albert Einstein. Die menschliche Neugier ist sozusagen die „Grundzutat“ von Kreativität, die eine enorme Schaffenskraft inne hat. Auch Leonardo da Vinci sagt man nach, dass seine Neugier – Curiosità – durchweg die Quelle und Antriebskraft seines Schaffens war und eines seiner Lebensprinzipien. Jeder Mensch wird neugierig geboren. Es gilt also wieder Kontakt zu seiner eigenen Neugier aufzunehmen und Fragen zu stellen. Als ob wir Forscher wären auf unseren Wissensgebieten. Das bedeutet auch verschiedene Blickwinkel einzunehmen – dabei helfen auch Kreativitätstechniken wie die Walt Disney Methode oder die 6 Denkhüte nach Edward de Bono. Mehr dazu auch in meinem neuen Buch „Kreativitätsboost für Ihr Marketing – Neue Wege der Ideenfindung„.
  5. In Bewegung sein stimuliert unseren Erfindergeist. Schon Friedrich Nitzsche wusste: „Alle wahrhaft großen Gedanken kommen einem beim Gehen“. Vielleicht haben Sie auch die Erfahrung gemacht, dass Ihnen Dinge einfallen beim Spaziergehen, Wandern, Joggen oder andere Bewegungseinheiten. Denn auch Bewegung hilft uns, kreativer zu sein. Satt einer Sitzung können Sie also zum „Aufstand“ einladen, um Ihre Kreativität auf die Sprünge zu helfen.
  6. Visualisieren unterstützt kreative Prozesse. Nutzen Sie auch Bilder, Icons und Symbole – das macht es einfacher sich zu erinnern, zu begreifen und spricht mehr an. Wichtig ist es hier nicht über die Ästhetik von Zeichnungen zu diskutieren, sondern sie ohne inneren Kritiker zu nutzen. Ideen können so auch besser gemerkt werden und sie bringen die die Ideen auf den Punkt. Auch können Sie so einfach ein Fotoprotokoll erstellen. Wichtig ist es daher auch mit Filzstiften, Markern zu arbeiten, damit man das Geschriebene auf dem Foto erkennen kann.
  7. Auf den Ideen anderer aufbauen ist ein weiteres wichtiges Erfolgsprinzip, denn die kreative Kraft liegt im Team. Zuhören und miteinander Ideen entwickeln ist folglich wichtig. Die 635 Brainwriting Methode beispielsweise baut auf dieses Erfolgsprinzip.
  8. Fokussiert bleiben ist auch bei aller Kreativität wichtig. So kann ein Moderator beispielsweise dabei unterstützen, die Fragestellung im Blick zu haben und den kreativen Prozess ein Stück weit lenken.
  9. Empathie spielt eine sehr große Rolle im kreativen Prozess. Das bedeutet vor allem die Sicht des „Kunden“ einzunehmen für den wir beispielsweise ein neues Produkt entwickeln. Idealtypisch steht der Kunde im Mittelpunkt und wir kennen seine Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken. Dieses menschenzentrierte Mindset lebt auch Design Thinking als kreative Methodik und kreative Haltung. Darüber hinaus ist es wichtig für einen erfolgreichen kreativen Prozess auch einen wertschätzenden und empathischen Umgang im Team zu leben.
  10. Später bewerten ist aus der Erfahrung heraus für viele Menschen nicht von Anfang an leicht. Denn unbewusst werten wir sehr schnell und schicken anderen subtil ideenvernichtende kritische Blicke zu oder erwischen uns dabei Aussagen zu tätigen wie „Das hat noch nie funktioniert!“, „Das ist absurd“ oder andere kritische jedoch nicht konstruktiv kritische Worte. Hier gilt es inne zu halten und die Bewertung konstruktiv und systematisch nach der Ideensammlung zu machen.
  11. Gemeinsam lachen impliziert eine lockere und angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der Lachen gefördert wird. Humor und lachen hilft uns in einen kreativeren Zustand zu kommen. Einige Kreativitätstechniken wie etwa die Reizwortmethode oder auch die Kopfstandmethode sind durch den provokativen Ansatz prädestiniert fürs gemeinsame Lachen. Warum also mal nicht den Workshop mit einem Witz starten oder Raum für Humor und Provokation schaffen?

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